Deutschlands marodes Schulsystem Teil I: Unterrichtsmethode

Deutschlands Schulsystem ist meiner Meinung nach dem Untergang geweiht. Wir haben sehr viele Probleme an unseren Schulen, die wie ich denke so breit gefasst sind, dass ich immer nur einzelne Teilbereiche herausnehmen möchte.

Im Ersten Teil will ich auf die Problematik der Unterrichtsform eingehen. Ich habe schon ein paar Erfahrungen an Grundschulen gesammelt, dass ich darüber berichten möchte. Auch selber war ich 13 Jahre in der Schule und habe so meine Erkenntnisse gesammelt.

Die Schüler müssen ab 6 Jahren in die Schule. Es besteht die Schulpflicht, keiner darf der Schule fernbleiben, das ist schon der falsche Ansatz. So gehen doch die Kinder in den ersten Wochen und Monaten, vielleicht auch Jahren, gerne in die Schule. Doch dann kommt der Bruch. Sie möchten nicht mehr. Sie hassen es in die Schule zu gehen. Was ist auf diesem Weg denn so furchtbar schiefgelaufen?

Im Sinne unserer Lehrer und Eltern eigentlich gar nichts, es ist halt so. Schule muss ja sein…
Was macht aber jetzt die Schule so langweilig? Warum wollen sie denn nicht mehr hin, immerhin sind ja auch die Freunde da?
Hier gibt es natürlich nicht die eine und richtige Antwort, aber ich will trotzdem versuchen, die eine oder andere Erklärungsmöglichkeit abgeben.
Die Kinder und später die Jugendlichen werden gezwungen 45 Minuten am Stück ruhig zu sitzen, obwohl sie doch gerade erst aus dem Kindergarten kamen, wo sie noch rund um die Uhr herumtoben durften.

Natürlich muss ich an der Stelle an die vielen verschiedenen Alternativ-Schulen hinweisen, bei denen es nicht so ist. Sie haben ein ganz eigenes Konzept. (Ich werde davon noch ein paar vorstellen in Zukunft) Doch ich gehe in meinem Text von den Regelschulen aus, die ich auch besucht habe, und tätig bin.

Nun ja am Anfang ist das Kind verunsichert und lauscht aufmerksam was die Lehrer/in so von sich geben, doch dann merken sie: Das interessiert mich doch gar nicht, ich will lieber über Fußball quatschen, oder ein bisschen herumalbern. Spätestens nach den ersten 20 Minuten schweifen die Gedanken bei vielen ab. Es wird schon überlegt mit wem ich mich wann treffe. Was mache ich in der Pause eigentlich?
Sie dürfen es aber nicht, sie müssen ja still sein und zuhören. Wer das nicht macht wird bestraft.

Zur Folge tut der Schüler so als ob er zuhört, er tut so als würde er die Aufgabe gerne machen. (Natürlich gibt es auch Aufgaben die er gerne macht)
Somit wird schnell klar, dass er es nie mit einer Überzeugung, er tut das Richtige, an diese Aufgabe herangeht. Sie werden wohl am Anfang gerne wissen wollen, wie schreibe ich meinen Namen?
Doch nachdem er den Namen hat, will er ja gleich wissen, welche Buchstaben es noch gibt. Welche Wörter kann ich denn damit alles Schönes schreiben?
Schon schweifen die Gedanken wieder ab, wie kann ich denn Ball schreiben, oder Cowboy, oder Pistole? Das sind doch die Wörter, die die Jungs gerne schreiben würden, doch dann…
Jetzt nochmal den Namen schreiben, das A zwanzigmal in eine Reihe schreiben, was soll denn das? Ich kann das doch schon, ich will lieber etwas Anderes schreiben. Doch schreibt er es, bekommt er sofort die Kritik: Das ist aber nicht dein Name…
An diesem simplen Beispiel wird deutlich. Die Kinder wollen sich nicht bestimmen lassen, sie wollen ihren eigenen Weg finden. Sie wollen selbstständig etwas erkunden. Es wird nie verstehen, dass es zwanzig „A“s schreiben muss, damit es irgendwann perfekt klappt. Kinder denken einfach anders als Lehrer und Eltern.

Wenn er jedoch dann merkt, dass niemand sein A lesen kann, wird er von selbst auf die Idee kommen, es besser zu schreiben. Er sieht jetzt den Sinn darin. Er weiß, wenn ich es nicht richtig schreibe, dann kann ich ja niemals einen Brief an Mama oder Papa schreiben, oder Ähnliches.

Doch man darf nicht den Fehler machen, die Lehrer jetzt anzugreifen, sie sollen mehr auf die Schüler eingehen.

Die Lehrer müssen ihren Lehrplan fertig bekommen, und wenn sie nicht unter Gehörsturz leiden möchten, dann müssen sie für Ruhe sorgen. Der Fehler liegt darin, dass sie 20-30 Kinder unterrichten müssen, die alle ihre eigenen Interessen haben. Diese unter einen Hut zu kriegen ist schier unmöglich. Die Kinder werden ja zur Schule gezwungen, sie sehen nicht, dass sie da etwas Sinnvolles tun.

Sie gehen demnach nicht gerne hin, weil dort ja wieder nur etwas gelehrt wird, was sie nicht unbedingt wissen wollen. Das was ihn interessiert bekommt er selten beigebracht. Es ist einfach unmöglich als Lehrer/in auf alle Fragen der Kinder einzugehen, das ist in der Kürze der Zeit nicht zu schaffen.
Hier liegt also meiner Meinung nach das Hauptproblem. Die Klassen sind zu groß. Vor allem auf den weiterführenden Schulen.
Meine Idee wäre eine Schule, die nur Grundlagen unterrichtet, wie lesen und schreiben. Auch ein bisschen rechnen, aber in praktischem Zusammenhang. Der Rest ist für die Kinder frei wählbar, Musik, Sachkunde, Werken, Sport oder einfach nur herumhängen und miteinander spielen.
Ich denke, dass dadurch die Kinder nicht nur wichtige Sachen lernen, sondern dass vor allem die soziale Komponente besonders gefördert wird.

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten.

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