Kinderkrippen – emotionale Höllen?

Der Ausbau der Krippenplätze wird angestrebt. Macht das überhaupt Sinn? Welche Probleme kann es für die Kinder und Familien geben, wenn die Kleinsten in die Krippe gegeben werden? Welche Auswirkung kann das auf die Gesellschaft auch in Zukunft haben?

Die Diskussion um Kinderkrippen ist zwar schon etwas her, aber ich will sie dennoch aufgreifen.

Die Krippenplätze sollen ausgebaut werden, damit die Eltern ihrer Arbeit nachgehen können. Das ist ein großes Argument der Befürworter.

Dem ist auch nichts einzuwenden. Doch ich denke diese Diskussion sollte auf einer ganz anderen Ebene stattfinden. Klar in unserer Gesellschaft gilt es seit Jahren: Du kannst nur ein Einkommen haben, wenn du arbeitest. Wir müssen also arbeiten um überhaupt zu leben, denn ohne Einkommen ist es schwierig.

Durch den rasanten Werteverfall des Euro ist es sogar soweit gekommen, dass es oft nicht mehr ausreicht, wenn ein Elternteil arbeitet. Es müssen also beide Eltern arbeiten, damit sie einigermaßen gut leben können. Also sind doch die Krippenplätze prima!!

Meiner Meinung nach ist das eine gefährliche Entwicklung. Man kann dabei den Eltern aber keinen Vorwurf machen, sie müssen es ja tun.

Krippen bergen aber große Gefahren.

Kinder vor allem in diesem Alter brauchen die Nähe zumindest zur Mutter. Es ist elementar wichtig für die Kinder, dass sie eine enge Bindung an die Mutter haben. Sie können sich ihr emotional nur dann hingeben, wenn beide beisammen sind.

Bekommt das Kind nicht diese Nähe und Zuneigung der Mutter kann es schon in dieser frühen Phase des Lebens schwerste Enttäuschungen erleiden. Da ich selber schon eine Zeitlang im Kindergarten gearbeitet hab, habe ich es selbst gemerkt. Kinder wollen teilweise nicht von ihr weichen. Werden sie dann dazu gezwungen doch im Kindergarten zu bleiben, weil die Mama „gehen muss“, fangen sie fürchterlich an zu weinen.

Die Kinder werden dann von den Erzieherinnen oder Erzieher zufrieden gestimmt, indem sie die Kinder in den Arm nehmen. Hier wird deutlich, die Kinder brauchen eine enge Bindung zur Mutter. Wenn die Mutter nicht da ist, versuchen sie sich eben anderswo die Zuneigung zu holen.

Es ist meiner Meinung nach völlig verfehlt zu sagen, dass die Kinder sich daran gewöhnen müssen getrennt von der Mutter zu sein, indem ich sie gewaltsam von ihr löse.

Ich finde schon, dass die Kinder das lernen sollten, doch sie schaffen es auch aus eigener Kraft. Haben sie genug Vertrauen gesammelt, werden sie sich nicht schwer tun auch mal weiter weg zu sein. Dazu gehört aber auch, dass die Mutter ihrem Kind vertraut, und nicht permanent in Sorge ist, es könnte etwas passieren. So etwas merken die Kinder sofort, sie sind fast wie ein Schwamm, der die Emotionen der Menschen ihrer Umgebung aufsaugt. Das Feingefühl für die grundlegenden Emotionen Hass und Liebe ist bei den Kindern wesentlich ausgeprägter als bei Erwachsenen.

Die Kinder werden gezwungen ihre Enttäuschung zurückzuhalten. Sie dürfen es ja nicht zeigen, dass sie traurig sind, dass ihre Eltern weg sind. Sonst ist die Erzieherin genervt, wenn sie jetzt schon das dritte Kind heute trösten muss, obwohl es an einer anderen Ecke schon wieder Ärger gibt, der geklärt werden muss. Auch hier kann man den Erzieherinnen keinen Vorwurf machen, es sind ja auch nur Menschen und sie müssen sich eben um teilweise 15-20 Kinder alleine kümmern.

Die Kinder lernen so mit ihren Enttäuschungen umzugehen, indem sie sich ins Innere flüchten. Wehren gegen die Erzieherinnen und Eltern wird schwierig, da sie in der Regel die schwächeren sind. Sie werden somit darauf gedrillt ihre Emotionen zu unterdrücken. Sie dürfen nur das brave Kind sein, das immer hört und nicht zu laut ist. Es darf sich nicht auflehnen gegen Autoritäten und soll immer freundlich sein.

Bei der Unterdrückung der Emotionen kommt es teilweise zu schwerwiegenden Problemen. Sie verkrampfen, während sie versuchen das weinen zu unterdrücken. Wenn sie es selber ausprobieren, werden sie merken wie ihre Muskulatur verkrampft. Werden sie immer mehr enttäuscht, weil ihr Eltern permanent nicht da sind, dann werden diese Verkrampfungen chronisch und das führt dann zur Leblosigkeit. (Hierbei will ich verweisen auf Wilhelm Reichs Charakterpanzer)

Wir lernen also den Kindern bestimmte Emotionen zu unterdrücken, in dem Fall der Krippenplätze die Trauer um das getrennt sein von der Mutter.

Die Kinder flüchten nach innen, um nicht auch noch von der Erzieherin verstoßen zu werden.

Diese Unterdrückung führt nun dazu, dass sie auch im späteren Leben Probleme haben, Emotionen zu zeigen. Sie dürfen nicht trauern, aber wie sollen sie dann lieben können? In diesen Bereichen ist schon die Leblosigkeit verankert, wie sollen sie wieder zum Leben erweckt werden für gewünschte Emotionen? Es funktioniert nicht.

Unsere Kinder können dann zwar schon während der Zeit in der Krippe einige Spiele, können evtl. sogar schon ein bisschen rechnen oder Farben und Formen sortieren, was sie zu Hause womöglich nicht gelernt hätten, doch zu welchem Preis?

Sie haben zwar praktisches Wissen womöglich besser erworben, doch sie verlieren ihre Emotionen dabei. Was bringt es dem besten Mathematiker, wenn er nicht in der Lage ist zu lieben und zu leben?

Wir brauchen aber später Menschen, die ihre Emotionen aus dem Spiel halten, die immer brav ihre Arbeit verrichten und dann wieder in Ruhe nach Hause gehen, auch wenn sie ihre Arbeit hassen. Es darf nicht sein, dass die Leute eine solche Verzweiflung und einen solchen Hass spüren, dass sie auf die Straße gehen.

Auch die Liebe zu meinen Mitmenschen soll ich nicht zeigen, das ist ja Schwäche. Wer liebt ist angreifbar. Als Mann muss ich der „coole“ (kalte) sein. Die Mädels stehen ja nur auf Starke und ein Mann der weint und offenkundig liebt ist ein „Weichei“.

Wer mit diesen Begriffen beschimpft wird, unterdrückt natürlich diese Gefühle.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ist das nur Zufall?

Ich denke so hart es auch klingt, nein. Da wir schon sehen, dass die Finanz- und Eurokrise bewusst riskiert wurde, wohl wissend, dass es scheitern wird, dann kann ich an einen Zufall nicht glauben.

Erst die Abhängigkeit der Familien von der Arbeit, was durch die Krise wesentlich verschärft wurde, ermöglicht es die Eltern dazu zu bringen ihre Kinder mit großer Genugtuung in eine Krippe abzugeben.

Alternative Denkweise von mir:

Wie wäre es, wenn wir die Erziehung der Kinder als „Arbeit“ deklarieren, mit einem angemessenen Gehalt? Ist es nicht die wichtigste Aufgabe einer Gesellschaft für den Nachwuchs zu sorgen? Ist das keine Arbeit den Haushalt und die Versorgung der Kinder zu meistern?

Ich halte es zudem für sinnvoll das Einkommen von der Arbeit zu trennen (bedingungsloses Grundeinkommen?) Es darf nicht mehr notwendig sein nur dann überleben zu können, wenn man auch einen Job hat. Zudem es auch viele Jobs gibt, die nur dafür da sind, eine Existenz zu sichern.

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten.

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