Arbeitslose zu Erziehern umschulen?

Als ich davon hörte dachte ich mir nur: Die Verzweiflung muss ja sehr groß sein. Fakt ist, es gibt für die Ansprüche der Eltern zu wenige KiTa-Plätze. Als Lösung dieses Problems, soll jetzt die Bundesagentur für Arbeit vermehrt Ausbildungen zu Erziehern/innen vermitteln. Es sollen also möglichst viele auf Erzieher umschulen.

Ist das wirklich der richtige Weg? Zwangsarbeit als Erzieher/in? Ist das Ansehen dieses Berufes mittlerweile so tief gesunken?

Ich war ein ganzes Jahr in einem Kindergarten tätig und kann nur sagen, dass es einfach eine Schande ist, solche Methoden anzuwenden, um Erzieher zu gewinnen. Es kann auf gar keinen Fall jeder einfach so auf Erzieher umschulen.

Eines habe ich gelernt, und zwar, dass niemand Erzieher wird, damit er einen Job hat. Erzieher/in ist meiner Auffassung nach eine Berufung. Entweder ich mache es gerne und aus Überzeugung, oder ich mache es gar nicht. Mittelwege gibt es vor allem in diesem Berufsfeld denke ich nicht.

Ich will damit auf gar keinen Fall behaupten, dass kein Arbeitsloser in der Lage ist, diesen Beruf auszuüben. Es gibt mit Sicherheit viele, die dafür geeignet sind, auch eine nötige Qualifizierung ohne Probleme erlangen können.

Wollen sie diesen Job jedoch nur ausüben, weil sie das Geld brauchen oder dazu gezwungen werden, wenn sie nicht auf der Straße landen wollen, ist das ganze einfach nur schrecklich. Es ist einfach nicht jeder Mensch in der Lage, sich so rührig um die Kinder zu kümmern, wie es überzeugte Erzieher tun. Es ist unmöglich diese Liebe und Zuneigung zu Kindern zu zeigen, wenn man es nur als „Einkommenssicherung“  ansieht.

Genau das ist es, was die Kinder brauchen. Menschen die Kinder lieben und sich für sie einsetzen. Ich habe erlebt, dass sich Erzieherinnen mehr für ihre Kinder einsetzen, als es manche Eltern tun.

Jemand der diese Arbeit tun „muss“ um nicht seine Existenz zu gefährden, wird wohl kaum solch einen Einsatz erbringen. Auch wenn ich nicht behaupte, dass es niemand könnte, aber die Vorrausetzungen sind schon nicht die Besten.

Erzieher/in wird man nur aus Überzeugung, und auch nur dann wird man glücklich und zufrieden in diesem Berufsfeld sein.

Es sollte vielleicht ein anderer Anreiz geschaffen werden. Wie wäre es mit einem angemessenen Lohn für Erzieher/innen? Ich denke viele würden auch gerne mal in dieses Berufsfeld gehen, sehen jedoch ihre Zukunft gefährdet. Sie verdienen schlicht zu wenig, um damit z.B. eine Familie ernähren zu können. Noch dazu sollte das Bild der/des Erziehers/in ein ganz anderes sein.

So denke ich gehört dieser Beruf zu den wichtigsten unserer Gesellschaft, nämlich um die Zukunft sich zu kümmern. Dies aber nicht an irgendwelchen Computern in den Banken, Papieren der Behörden oder mit so genannten „Lebensversicherungen“ die uns angedreht werden, sondern praktisch. Sie sind physisch anwesend wenn die Kinder weinen und lachen. Sie sehen die Kinder nicht als bloße Zahlen an PCs oder als Namen auf Papieren. Es sollte klar werden, dass Erzieher/innen sich wirklich um die Zukunft kümmern und das muss deutlich höhere Anerkennung finden, als es bisher der Fall ist.

Hier meine Quellen:

http://www.focus.de/politik/deutschland/kinderbetreuung-statt-hartz-iv-gruenen-politikerin-will-arbeitslose-zu-erziehern-umschulen_aid_745092.html

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-bezieher-sollen-erzieher-werden-9001041.php

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten.

 

 

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