Autoritäre Kleinfamilien – Nährboden für Faschismus?

Ich möchte hiermit einen kleinen Beitrag zur Aufarbeitung der Nazi-Diktatur in Deutschland unter Adolf Hitler leisten.

Wie ist es dazu gekommen, dass so viele Deutsche mitmachten? Sind die Deutschen das Problem? Welchen Anteil daran hatte die Erziehung? Kann so etwas nochmal passieren?

Mir ist klar, dass ich dieses Thema niemals komplett abarbeiten kann. Dafür ist einfach zu viel vorgefallen in den Jahren des Faschismus und Krieges. Doch ich möchte hier einen mir wesentlich erscheinenden Teil ansprechen. Es ist die damalig vorherrschende Familienstruktur.

Als Grundlage dienen mir die Aussagen und Forschungen von Wilhelm Reich.

Es galt das Autoritätsprinzip.

Der Vater war die Autoritätsperson, dem sich Mutter und Kinder unterordnen mussten. Er bestimmte, was getan wurde. Die Mutter kümmerte sich um Haushalt und Kinder, während der Vater zu arbeiten hatte.

Doch damit war es nicht genug, der Vater durfte und sollte sogar äußerst streng seine Vorstellungen durchsetzen. So durfte er auch Frau und Kind schlagen, ohne dafür bestraft zu werden. Der Vater war der „Herr im Haus“ und nur er entschied wo es lang ging.

Hierbei entsteht nun für das Kind etwas Schreckliches. Der Sohn beispielsweise liebt seinen Vater, doch dieser wendet Gewalt gegen ihn an, wenn er wegen einer Verletzung weint, und Zuneigung beim Vater sucht. „Deutsche Männer weinen nicht“ hieß es dann. Durch diese Gewaltanwendung wandeln sich aber ursprünglich liebevolle Gefühle in Hass um.

Der Sohn beginnt nun seinen Vater zu hassen. Er lässt ihm nicht seine Gefühle zeigen, er darf auch nicht seine sexuellen Erregungen ausleben. Das gilt als Sünde und wird vom Vater bestraft. Der Hass staut sich weiter auf.

Jetzt passiert etwas Interessantes. Der Sohn hasst seinen Vater liebt ihn aber trotzdem. Er ist ja immer noch sein Vater, egal was er ihm antut. Somit werden der Hass und die möglicherweise Mordgelüste umgewandelt in eine Unterwerfung. Er kann sich einfach nicht gegen den Übermächtigen Vater wehren. Er braucht ihn aber um zu überleben.

Der Sohn erfährt somit also, dass er sich unterwerfen muss um Liebe und Anerkennung des Vaters zu bekommen. Fängt er an sich zu wehren, wird er gnadenlos niedergestreckt.

Damit jedoch nicht genug. Der Hass auf den Vater wandelt sich zudem auch noch in Sorge und Schuldgefühle um.

Er hat die permanente Angst, dass er alleine durch seine Gedanken den „Herrscher“ zu hassen oder gar umbringen zu wollen, den Vater tatsächlich umbringt.

Er unterwirft sich jetzt nun umso mehr, da er ja seinen Vater eigentlich lieben sollte. Somit ist die Unterwerfung eine Art Wiedergutmachung für seine Hassgefühle. Es ist also eine künstliche und oberflächliche Liebe, die als eigentlichen Nährboden Hass hat.

Jetzt wird deutlich, warum sich viele Menschen an den „Führer“ klammerten.

Die Autoritätsperson Vater wird auf den Führer übertragen. Der Führer verkörpert nun den in der Kindheit geliebten Vater, dessen Anerkennung sie nur durch Unterwerfung erlangen.

Doch damit nicht genug. Der Sohn beginnt sich mit dem Vater und Führer zu identifizieren, es werden „Vorbilder“. Er will nun selbst die Position des autoritären „Führers“ übernehmen.

Aus der Angst vor Autorität in der Kindheit und Jugend, wird bei erlangen der Autorität ein Wunsch diese auszunutzen. Jetzt braucht es nur noch jemanden, über dem sie „darüberstehen“. Da kam die Rassentheorie der Nationalsozialisten gerade richtig. Sie besagte, dass es höher- und minderwertigere Menschen gibt. Wozu das dann führte ist wohl hinreichend bekannt…

Die Struktur der autoritären Kleinfamilie lässt sich also auf die ganze Gesellschaft übertragen. Die Familie ist die „Nation“, der Vater der „Führer“, die Kinder das „arische Volk“ und alles andere hat es nicht verdient zu leben und darf vernichtet werden.

Kann sich so etwas wiederholen?

Ich denke, dass wir einen erheblichen Fortschritt weg von der autoritären Struktur gemacht haben. Doch ich denke vor allem durch die Eurokrise kann es zu einem Rückfall kommen. So werden die Regierungen immer autoritärer, sie werden teilweise vom Volk überhaupt nicht gewählt (wichtige Mitglieder der EU z.b. der EU-Ratspräsident)

Durch den Lissabon-Vertrag dürfen gar paramilitärische Einheiten bei einem Volksaufstand eingesetzt werden. Die Autorität von oben tritt immer deutlicher zu Tage und es bleibt nur zu hoffen, dass sich das nicht auf die Kleinfamilien überträgt. Denn dann könnte bei einer Zuspitzung der Krise der Weg in eine erneute Diktatur geebnet werden, die auch von den Massen getragen wird.

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten.

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