Kinderarbeit – Die Kehrseite der Medaille?

Alles neu gekauft, Hose, Schuhe, T-Shirt, dazu noch ein paar Möbel, Schrank, Couch, und für das Abendessen nochmal das Sonderangebot vom Fleisch, alles schön billig.

Für den Einen mag das aus Geldnot passieren, der Andere möchte damit einfach nur Geld sparen. Es gilt: Hauptsache viel und billig. Doch diese Entwicklung, dass alles immer billiger werden soll, hat auch eine Kehrseite.

Zum Einen ist es natürlich schön, wenn die Sachen billig sind, aber zum Anderen müssen diese niedrigen Preise auch irgendwo zu Stande kommen. Das tun sie auch, und zwar in dem Menschen, insbesondere Kinder, vor allem aus armen Ländern ausgebeutet werden.

Würden alle Menschen und Arbeiter einen gerechten Lohn bekommen, dann wären diese Produkte wesentlich teurer. Doch dies ist kein Problem der einzelnen Menschen. Ich möchte hier keinen persönlich angreifen. Ich weiß, dass die Konzerne immer billiger produzieren müssen, sonst scheiden sie aus dem Konkurrenzkampf aus. Ich weiß auch, dass viele auf die billigen Preise angewiesen sind, da sie sonst überhaupt nicht über die Runden kommen. Selbst die Leute, die sich es leisten könnten, aber lieber sparen, möchte ich hier nicht angreifen. Sie bekommen ja immer erklärt, dass man etwas sparen muss für die schlechteren Zeiten.

Durch die billigen Preise werden zunehmend auch mehr Dinge gekauft, auch wenn man sie nicht unbedingt benötigt. Es wird dann sogar neu gekauft, anstatt das Alte zu reparieren, weil neu kaufen ja billiger ist. Noch dazu halten die Dinge nicht ewig, sondern wir haben die Straße der Bedürfnisbefriedigung (Essen, Schlafen, Trinken, Kleidung) schon längst in Richtung Konsumsucht verlassen. So muss es heute immer wieder das neueste Iphone oder zumindest ein Smartphone sein.

Jetzt ist es natürlich klar. Es ist schön, wenn die Bedürfnisse befriedigt sind, und dann noch etwas überbleibt fürs Vergnügen. Doch so wird es dann nicht aufgenommen. Es ist fast eine gesellschaftliche Pflicht, immer wieder auf den neuesten Stand zu sein. So wird man mit einem uralten Handy oder Klamotten belächelt. Hat man dann nicht das Selbstvertrauen, oder wird dermaßen von Werbung und Medien manipuliert, dann versucht man dieses belächelt zu werden zu vermeiden und springt auf den Zug auf. Was auch hier nicht als Vorwurf aufzufassen ist, jeder Mensch möchte in der Gesellschaft akzeptiert sein, auch wenn es nur durch Gegenstände gelingt.

Doch jetzt noch ein weiteres Problem unserer vermeintlichen „Wohlstandsgesellschaft“.

Diese Dinge müssen auch alle produziert werden, und das möglichst billig, weil es sonst nur wenige Menschen erwerben können. Es beginnt in den Unternehmen die Suche nach geeigneten Arbeitern bzw. Maschinen, welche wiederum auch von Arbeitern entwickelt werden.

Es beginnt womöglich noch innerhalb Deutschlands, doch nach ein paar Jahren, wenn die Zinslasten in die Höhe steigen, wird die Produktion ausgelagert. Es ist systembedingt, dass die Unternehmen bzw. Konzerne immer billiger produzieren müssen, wir brauchen ja Wachstum. Das geht nur, wenn ich die Produktionskosten senken kann, oder mehr Produkte verkaufen kann.

Um die Produktionskosten nun zu senken, wird eben auf billige Arbeitskräfte gesetzt. Diese findet man entweder in den ärmeren Schichten Deutschlands, im Ausland oder gar in Elendsvierteln. Diese Menschen würden für einen absoluten Hungerlohn arbeiten, weil sie über Einkommen jeder Art froh sind. Zuletzt wird dann noch auf die Kinder zurückgegriffen, weil die ja noch geringere Ansprüche haben.

Somit ist es also völlig verfehlt, unsere Gesellschaft als „Wohlstandsgesellschaft“ zu definieren. Wir haben nicht nur im eigenen Land Probleme, sondern vor allem in den ärmeren Ländern. Diese werden systematisch ausgebeutet, da sonst unser „Wohlstand“ zerbricht. Mit dieser „Angst vor Armut“ werden wir dann gelenkt, und Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber. So ist die Verelendungsangst ein ganz wichtiges Mittel dieses Systems uns in etwas hineinzubringen, was wir gar nicht möchten.

Niemand möchte ernsthaft, dass Menschen oder Völker geplündert oder gefoltert werden, doch unsere Angst bringt uns dazu. Deswegen sind auch Soldaten und Krieger keine schlechten Menschen, sondern sie wurden vom System dazu gebracht, fast schon genötigt. Nicht jeder  kann diesem Druck standhalten, was auch völlig normal ist.

Die Vernichtung ganzer Völker, die nicht nach der Pfeife des Westens tanzen mussten das schon zu spüren bekommen, da sie ja die „Nationale Sicherheit der USA“ gefährden. Es wird hier auch klar, dass wieder Angst vor dem „Feind“ geschürt wird, unter Einbeziehung einer Verelendungsangst („Unser Wohlstand ist gefährdet“).

Unser Wirtschafts- und Finanzsystem ist also mindestens ein Verstärker und Förderer der Sklaven-  und Kinderarbeit in vielen Ländern, und wir sollten endlich unserer Verelendungsangst ablegen, und mal rational und sozial handeln. Der Mensch ist trotz vieler Krisen und Kriegen immer noch ein soziales Wesen. Wir sollten endlich die Kinderarbeit beseitigen, damit die Kinder sich frei entfalten können, denn dann stehen wir vor einer besseren Zukunft.

 

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten

 

 

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