ADHS-Kinder – Früher wertvoll, heute krank

Ich möchte zum Thema ADHS-Kinder gerne etwas schreiben. Ein paar Eindrücke mit solchen als „krank“ bezeichneten Kindern habe ich schon gesammelt. Auch mit denen, die mit Tabletten ruhig gestellt werden sollen.

Dabei will ich auch auf die geschichtliche Entwicklung eingehen, da es diese Kinder auch schon früher gegeben hat und sich sogar als sehr wertvoll und wichtig erwiesen haben.

Genau diese Kinder, die heute das Problem sein sollen, waren sehr wichtig in der Gesellschaft. Da sie mit all ihren Sinnen stark ausgeprägt aktiv sind, spüren sie bspw. sehr viel besser Gefahren als andere Menschen. Oft ist es ja auch so, dass diese Kinder ein paar Sachen extrem gut können. Das sind z.B. Mathe-Genies oder sie haben einen unglaublichen Orientierungssinn.

Diese Fähigkeiten waren sehr gefragt bei der Jagd oder im Krieg. Diese Menschen waren die besten Krieger, da sie das Auffassungsvermögen der durchschnittlichen Menschen bei weitem übersteigen. Sie können sehr viel besser und vor allem mit all ihren Sinnen intensiver die Umgebung erfassen.

Es ist natürlich in unserer heutigen Gesellschaft in Deutschland nicht mehr unbedingt nötig seine Nahrung jagen zu müssen oder Kriege zu führen (zumindest nicht im Inland), daher verlieren sie ihren Wert. Das spüren sie natürlich sofort, und versuchen ihre eigentlich entgegenzubringende Aufmerksamkeit zu erzwingen. (ADS: Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom)

Da unsere Gesellschaft nicht auf Emotionen und Gefühlen aufbaut, sondern aus Ordnung und Gehorsam, werden diese Kinder systematisch ruhig gestellt. Sie dürfen nicht der Welt zeigen, was sie für Probleme haben. Sie dürfen Wut, Trauer und Angst nicht zeigen. Tun sie es in dem Ausmaß, wie sie es möchten oder eigentlich sogar müssten, bekommen sie von der Umgebung Kritik, bis hin zur körperlichen Gewalt.

Doch dabei gilt es nicht, die Menschen in der Umgebung anzugreifen, denn auch sie wollen ja ein Teil dieses Systems sein, welches  von Grund auf in Frage zu stellen ist. Natürlich soll auch den ADHS-Kindern nicht alles erlaubt werden. Sie sind nicht krank und daher kann man sie auch ohne schlechtes Gewissen kritisieren, doch sollten sie wie jedes andere Kind auch mit Anerkennung und Respekt behandelt werden. Das erwarten die Erwachsenen von den Kindern, also sollten sie die Kinder ebenfalls respektieren.

Meine eigenen Erfahrungen zeigen, dass diese Kinder wirklich anstrengend sind. Sie sind nicht kontrollierbar und versuchen zu stören wo es nur geht, doch wirklich Schlimmes und Bösartiges habe ich von diesen noch nicht mitbekommen.

Versucht man es an der Oberfläche zu kratzen merkt man recht schnell, dass sie das nicht aus purer Absicht tun. Es zeigt sich meistens immer der Tiefe Wunsch nach Zuneigung und Liebe oder wenigstens etwas Interesse. Fängt man an eine Bindung aufzubauen, wird dieses Verlangen sehr deutlich. So erzählen sie meist ganze Romane über Dinge, die sie interessieren. Oftmals sind es aber leider Themen, die sie etwas alleine stehen lässt und die „normalen“ Kinder in diesem Alter evtl. nicht interessiert.

So ist meine Aufforderung diese Kinder zu respektieren als das, was sie sind. Ein besonderes Wesen wie alle anderen Kinder auch. Wenn man es genau nimmt, sind diese Kinder ein Segen, weil sie uns aufzeigen, welche wirklichen Emotionen in Kindern stecken. Insgeheim zeigen sie das nach außen, was viele nur unter größter Anstrengung unterdrücken. Es zeigt uns einfach, dass wir keine perfekte Welt haben, selbst in Europa nicht, wo es keine Hungersnöte in großem Ausmaß gibt (noch nicht…).

Wir sollten diesen Kindern einfach mehr Aufmerksamkeit schenken und sie nicht als „Kranke“ abstempeln, die es ruhig zu stellen gilt. Sie rütteln an unserem Weltbild und zeigen uns wie einfach ein großes (Schul)System, das nicht auf die Kinder ausgerichtet ist, in Wanken geraten kann.

Alles was diese Kinder brauchen sind Personen die sie lieben, genauso wie sie sind und sie nicht ändern wollen. In einem Rahmen, in dem sie sich wohlfühlen, entfalten sie ihre wahren Fähigkeiten und diese lassen alle Beteiligten staunen.

Diese Erfahrung habe ich schon machen dürfen und es ist wirklich erfüllend, wenn ein zufriedenes ADHS-Kind seine künstlerischen Fähigkeiten oder das unglaubliche Wissen zur Entfaltung bringt. Das muss unser Ziel sein, auch solche Kinder in unsere Gesellschaft zu integrieren, wie wir es schon mit Alten, Kranken und Behinderten zumindest teilweise schon geschafft haben. Das wird unsere Gesellschaft einen großen Schritt weiterbringen und wir müssen aufhören diese Kinder unter Drogen zu setzen, damit sie unser Weltbild und Schulsystem nicht erschüttern…

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten

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