Deutschlands marodes Schulsystem Teil III – Abhängigkeit wird gelehrt, Selbstständigkeit unterdrückt!

Hier ist nun der 3.Teil meiner Serie über das marode Schulsystem Deutschlands.

Ich möchte aufzeigen, dass Abhängigkeiten von „höheren“ Mächten bzw. Personen schon von klein auf geschult werden. Selbst im Kindergarten wird schon gezielt darauf geachtet.

Die Kinder sollen gar nicht selbstständig handeln. Sie sollen nur gehorchen und nachplappern. Selbst nachdenken wird zwar hier und da mal eingestreut, aber letztendlich soll ja nur über das „Korrekte“  später berichtet werden.

Das scheinen jetzt zwar schwere Anschuldigungen, doch ich werde sie nun nach und nach abarbeiten und es wird dann in meinen Augen wenig Gutes übrigbleiben. Offiziell sollen ja Schulen zu selbstständigem Handeln führen und dies auch fördern, doch ich will aufzeigen, dass genau das Gegenteil gelehrt wird.

Zum Thema sie sollen gehorchen und nachplappern:

Ich denke jeder kennt die Lehrmethode, ich sage vor, ihr sagt nach. Wird besonders beliebt bei Fremdsprachen gemacht. Es wird permanent berichtigt, wenn ein Schüler ein Wort falsch ausspricht. Er muss das Wort dann so lange wiederholen, bis er es kann. Es funktioniert zwar, doch den Schülern wird vermittelt, dass sie ihren Lehrern nachplappern müssen, da der Lehrer ja immer weiß, wie es richtig ausgesprochen wird.

Es wird hier ein völlig falsches Bild erzeugt. Der Lehrer scheint immer im Recht. Es mag zwar auch stimmen, vor allem bei Fremdsprachen, doch sollte es nicht die Methode sein. Ich halte es für sinnvoller einfach nochmal das Wort aufzugreifen und es richtig auszusprechen, ohne wertend dem Kind zu sagen, was falsch war. Ein selbständiges Kind wird erkennen, dass es das Wort falsch ausgesprochen hat, und versucht es beim nächsten Mal richtig auszusprechen, ohne dass ein Lehrer einen Hinweis geben muss.

Das Gehorchen, denke ich, habe ich schon mehrfach beleuchtet. Dadurch, dass die Schüler von ihrem Lehrer die Noten bekommen, haben sie diese ungeheure Abhängigkeit. Der Lehrer entscheidet ganz alleine, ob ein Schüler den Sprung in die nächste Klasse schafft oder nicht. Der Lehrer kann also fast über die Zukunft eines einzelnen Schülers entscheiden. Das macht es natürlich für die Kinder unglaublich schwierig sich mal gegen den Lehrer zu stellen. Sie fürchten um ihre Note und Zukunft, da ja auch die Eltern zu Hause gute Noten in der Schule fordern.

Sobald nun der Lehrer zur Ruhe auffordert und mit einer schlechten Note droht, sollten die Schüler spätestens hören, sonst sieht es für sie schlecht aus.

Jetzt möchte ich noch den Punkt des vermeintlich freien Nachdenkens eingehen. Die Schüler bekommen oft Zeit, selbst über etwas nachzudenken, wie etwas sein kann.

Das ist zwar ein guter Ansatz, aber wenn es nur ein festes Ergebnis gibt, welches nur der Lehrer weiß, dann ist es völlig verfehlt.

Die Schüler fangen nun an nachzudenken, um später zu erfahren ob es richtig ist. Es entsteht also auch hier der Gedanke, dass der Lehrer immer Recht hat. Er wird dann auch bestätigen, ob die Antworten der Schüler richtig oder falsch sind. Es wird dann aber schnell bemerkt, dass die guten Schüler immer versuchen möglichst schnell die richtige Antwort zu sagen, während andere schon abschalten, weil es sie entweder nicht interessiert, oder der Lehrer es sowieso gleich sagen wird.

Die Kinder warten also immer auf das OK des Lehrers, ob etwas richtig ist oder nicht.

Auch diesen Ansatz halte ich für prinzipiell gut, aber der Lehrer wird hier als scheinbar allwissend hingestellt. Nur wenn er es absegnet, ist die Antwort richtig.

Ich habe schon den Versuch gemacht und Kinder nach Sachen gefragt, die ich selbst nicht wusste. Jetzt merkt man, dass die Kinder wirklich versuchen nachzudenken und fast jeder bringt seine Idee mit ein, da ja nichtmal der Lehrer die Antwort weiß. Man begibt sich auf dieselbe Stufe wie die Kinder und das halte ich als sinnvoll.

Die Kinder sollten niemals den Lehrer oder die Eltern als eine „höhere“ Macht sehen, sondern merken, dass auch sie in manchen Dingen wie sie selbst sind. Kein Erwachsener ist mehr wert als ein Kind.

Das heißt natürlich nicht, dass die Kinder nicht mehr den Erwachsenen fragen sollen, wenn sie etwas nicht verstehen. Doch sollten sie trotzdem wissen, dass in anderen Fragen wieder nur sie selbst eine Antwort wissen.

Die Kinder sollten dazu erzogen werden, dass die selbst viel mehr wissen können als die Erwachsenen, wenn sie diese hinterfragen.

Das ist für mich ein zentraler Punkt. Die Kinder sollen stets ihre eigenen Meinungen entwickeln und nicht das sagen, was der Andere (Experte, Erwachsener, Älterer) erwartet.

Genau dies bemerke ich immer öfter wenn ich z.B. als Fußballtrainer bei den Kindern eine Frage stelle. Sie wollen immer nur das Beantworten, was „richtig“ sein könnte. Sie überlegen fast nie selbst, sondern versuchen immer nur das zu sagen, was ich hören möchte. Erst wenn ich sie darauf hinweise, dass ich selbst nicht weiß wie es geht, dann fangen sie an nachzudenken.

Jetzt möchte ich dieses Bild noch auf die Gesellschaft übertragen und es wird in meinen Augen immer deutlich, dass genau das das Ziel der Schule ist. Die Menschen sollen gar nicht selbstständig handeln, sondern immer vermeintlichen Experten die Beantwortung der Fragen überlassen.

Ich möchte noch ein typisches Beispiel aus dem Kindergarten nennen. Ein Kind hat gerade etwas Ärger und rennt sofort zur Erzieherin und diese klärt es dann. Hier wird dem Kind wieder suggeriert, dass es immer Hilfe braucht, um Situationen zu lösen. Das kann zwar auch zutreffen, doch Vieles könnte es auch selbst in die Hand nehmen.

Auch dies kommt in der Gesellschaft vor. So wird häufig die Polizei gerufen, für Dinge, die man auch selbst tun könnte. Die Menschen sollen ja auch abhängig von der Polizei sein, da sonst ja ganze Gesetze nicht durzubringen wären. Selbst Angst sollen sie haben, da sonst unsere Staatsform nicht funktioniert.

Schließlich findet sich das auch in der Politik wieder. Die Menschen wurden lange darauf getrimmt, dass Experten immer alles besser wissen, als die einfachen Leute. Deswegen wird gesagt, dass ja die Menschen nicht wüssten, was sie wollen, sondern Politiker für sie entscheiden müssen. Die Menschen finden das auch noch gut, weil sie es ja nie anders gewöhnt waren.

Selbst in der Religion spiegelt sich das wider, der „allmächtige Gott“ der alles weiß und alles kann. Auch hier haben wir wieder das klare Bild, dass die Menschen selbst nicht viel wissen und können und jemand anderen um Hilfe fragen sollen und ihm auch immer gehorchen sollen, sonst werden sie von Gott bestraft.

Würden die Menschen dazu erzogen selbst eine Meinung bilden zu müssen, oder zumindest andere Meinungen/Berichte zu hinterfragen, würde das ganze System kollabieren.

Die Menschen wären freier in ihrem Denken und ihren Entscheidungen, weil sie nicht mehr die Abhängigkeit von anderen spüren. Sie würden noch dazu alle Meinungen respektieren und hinterfragen. So könnten wir ganz andere Diskussionen führen. Vermeintliche „Idioten“ würde es nicht geben, da es kein wirkliches richtig und falsch gibt. Die Menschen würden sich dann für das entscheiden, was für sie am sinnvollsten erscheint.

Dieses Denken wird uns aber schon in der Schule abgewöhnt, es scheint immer nur ein richtig und falsch zu geben. Zudem werden wir abhängig gemacht von jeglichen „Experten“ die dann über unsere Köpfe hinweg etwas für oder gegen uns entscheiden. Selbst den eigenen Selbstschutz überlassen wir der Regierung, der höheren Gewalt, obwohl diese niemals unsere wirkliche Lebenssituation kennen.

Machen wir so weiter und lassen uns von Experten alles einreden und fangen wir nicht an selbst nachzudenken, stehen wir vor einer nächsten schweren Krise, möglicherweise einem Krieg, den uns unsere „Experten“ als Friedenshandlung eintrichtern werden.

Wir werden niemals in der Lage sein etwas frei zu entscheiden!

Natürlich sollen wir niemals einen Anderen unterdrücken, doch das würde auch nicht passieren, wenn wir nicht blind den „Experten“ vertrauen. Wir würden dann andere Meinungen und Lebensformen ernst nehmen, ohne unsere als richtig und deren als falsch zu betrachten.

Wenn wir schon selbst nicht in der Lage sind, sollten wir wenigstens unseren Kindern die Chance geben selbstständig zu denken und zu handeln, ohne dabei jemand anderen zu verletzten, was aber für freidenkende und emotional gesunde Menschen selbstverständlich ist.

Liebe Kinder (aber auch Erwachsene), hört auf immer nur Experten zu vertrauen und seid vorsichtig mit Menschen, die nur ihre eigene Meinung gelten lassen und dies als „alternativlos“ sehen. Fangt an selbst nachzudenken, denn ihr wisst alles besser, was euch betrifft als andere! Habt das Vertrauen in euch selbst und macht das was ihr für richtig haltet ohne dabei einem Anderen zu schaden, dann seid ihr auf dem richtigen Weg.

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten

 

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