Faszination Fußball – Teil I: Sport für jedermann?

Ich als leidenschaftlicher Fußballer bin mal der Frage nachgegangen zu überlegen, warum Fußball so faszinierend ist.

Nach meiner Reihe über „Deutschlands marodes Schulsystem“, welche noch nicht vollendet ist, starte ich nebenbei eine neue Reihe. Hier dreht sich alles nur um den Ball, den Fußball.

Ich möchte im ersten Teil darauf eingehen, wer überhaupt Fußball spielt.

Man könnte diese Frage ganz einfach beantworten: Alle. Doch so einfach möchte ich mir es nicht machen, dann nicht jeder spielt Fußball.

Hierbei muss man natürlich unterscheiden zwischen denen, die professionell trainieren und auch in ambitionierten Vereinen spielen, denen, die hobbymäßig im Verein spielen und regelmäßig trainieren, denen, die zwar in einem Amateurverein spielen, aber unregelmäßig zu Training und Spiel kommen, denen, die einfach nur ab und zu mal gegen einen Ball treten und sich mit Freunden duellieren.

Es wird mit diesem einen scheinbar endlosen Satz deutlich, dass es unglaublich viele Varianten in der Ausführung des Fußballsports gibt. Mit Sicherheit würde ich noch mehr finden, doch würde das den Rahmen sprengen.

Bleibt jetzt noch die Frage, warum es ausgerechnet beim Fußball so viele Varianten gibt. Sicher gibt es auch in anderen Sportarten diese Varianten, doch trotzdem spielen mehr Menschen Fußball (zumindest in Europa), als Tennis oder Basketball.

Darauf gibt es eine für mich logische und einfache Erklärung. Fußball ist viel einfacher zu spielen, als Tennis oder Basketball. Ich meine damit nicht die technischen Feinheiten, die sind mit Sicherheit genauso schwierig, aber die Materialien sind einfacher zu bekommen.

So braucht man lediglich etwas Rundes um spielen zu können, aber auch eckige Gegenstände können im Notfall als „Ball“ herhalten. Als Tore können Wände, Bäume, Blätter, Stöcke, Pullis, Jacken, usw… dienen. Der Ball muss noch nicht einmal aufgepumpt sein, es ist völlig egal, Hauptsache es schmerzt nicht zu stark beim Gegentreten.

Das gestaltet sich beim Tennis oder Basketball schwieriger. Tennis kann man evtl. noch mit einem anderen Schläger spielen, doch ohne einen richtigen Ball wird es schwierig. Basketball ist eher noch zu spielen. Kann man ohne Korb andere Gegenstände verwenden und als Ball durchaus auch andere Gegenstände verwenden, doch wird der Spielspaß dabei wesentlich vermindert.

Durch diese Einfachheit des Fußballs wird klar, warum so viele Bevölkerungsschichten spielen können. Selbst die Ärmsten können mit etwas Kreativität Bälle und Tore „herstellen“ mit den einfachsten Mitteln. Natürlich macht es mit richtigen Toren und einem richtigen Ball mehr Spaß, aber im Notfall geht auch ein platter Ball mit ein paar Stöcken als Toren.

Zudem gibt es einige Plätze (wenn auch immer weniger, was ich in eine der nächsten Teile beleuchten werde) wo man frei Fußballspielen kann.

Jetzt ergeben sich dadurch natürlich nicht nur schöne Sachen, sondern auch schwierige Situationen. Somit soll jetzt ein Junge oder Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen mit einem Kind aus einer reichen Familie zusammenspielen. Auch Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion spielen miteinander. Hier sind natürlich Konflikte vorprogrammiert.

Der Fußball spricht bekanntlich zwar nur eine Sprache, den Ball, aber trotzdem wird er gesellschaftliche Konflikte nicht lösen können. Es mag zwar sein, dass sich während dem Spiel alle friedlich und fair miteinander spielen, doch kann er nicht verhindern, dass dabei Emotionen hochkochen. Diese Emotionen mögen gar nicht nur mit dem Spiel zusammenhängen, es können ganz andere Gründe sein.

Hier wird auch klar, warum es im Fußball oft zu Auseinandersetzungen kommen kann. Es sind schließlich alle Bevölkerungsgruppen auf einem Platz zusammen und die haben auch stets ihre familiären, gesellschaftlichen Probleme. Die Gefahr ist natürlich groß, dass bei einem Aufeinandertreffen die gesammelten Gefühle wie Enttäuschung, Minderwertigkeit, Überheblichkeit und Ähnlichem zum Ausdruck kommen und es daraufhin zu einer Eskalation kommt.

Ich möchte hierbei hinweisen, dass nicht der Fußball an den ganzen Dingen schuld ist, sondern dass gesellschaftliche Probleme vor allem beim Fußball aufgezeigt werden. Die Sportart an sich kann nichts dafür, dass sie so einfach ist, dass es jedermann spielen kann, sondern an ihr kann man die gesellschaftlichen Probleme deutlich sehen.

Es ist nicht der Fußball den es zu verteufeln gilt, sondern die gesellschaftliche Situation.

Jetzt wird auch deutlich warum der Fußball zu politischen Zwecken missbraucht wird, doch dazu auch in den nächsten Tagen mehr.

Ich denke, dass ich aufzeigen konnte, dass der Fußball für jeden zugänglich ist, aber das nicht nur schöne Seiten zeigt, sondern auch Schattenseiten hat. Diese Schattenseiten gehören in meinen Augen aber auch nicht zum Fußballsport dazu, sondern wird durch die Menschen die es spielen übermittelt.

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten

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