Smart City – Totale Überwachung als Intelligenz?

Heute habe ich im Wartezimmer bei meinem Zahnarzt zufällig den Spiegel in die Hand bekommen. Nach einem kurzen Lesen des Artikels über den Tod von Hugo Chavez, stieß ich in den nächsten Seiten auf das Projekt „SmartCity“ in Spanien, genauer in Santander.

Santander heißt im Übrigen auch eine große Spanische Bank…

Dort wird gezeigt, wie „smart“ diese Stadt ist, mit 10.000 Sensoren ausgestatten und einer kompletten Vernetzung aller mit jedem. So wird es als Effizienz verkauft, wenn die Sensoren die Umgebung bis ins kleinste Detail erfassen, und entsprechend reagiert wird.

Diese Sensoren erkennen wie viele Menschen und Autos unterwegs sind, wissen genauestens über Wetter, Lichtverhältnisse und ökologische Belastung Bescheid.

Mir ist die Kinnlade heruntergeklappt und ich bekam sie nicht mehr zu. Wie bitte? Habe ich das richtig verstanden? Sensoren über die ganze Stadt, die nahezu alles erfassen können?

Und wir beschweren uns heute noch über die Überwachung in der ehemaligen DDR…

Wie wir jetzt sehen, ist Spanien da schon ein Stück weiter, und dieses Projekt gilt als Vorreiter für Weitere dieser Art. Doch was mich am Meisten überrascht, dass angeblich sich niemand darüber beschwert. Anscheinend kommt es, zumindest laut Spiegel, gut in der Bevölkerung an.

Anscheinend sind wir schon so weit, dass wir möglichst jeden Winkel in der Stadt überwacht haben wollen, damit wir in einer „intelligenten Welt“ leben. Doch wie weit sollte diese Intelligenz gehen? Und vor allem wer hat die Macht über die Informationen, die über die Sender vermittelt werden?

Ich möchte hier das Konzept nicht völlig verteufeln, denn ich halte es prinzipiell für richtig das Leben zu vereinfachen, sodass wir uns mehr Zeit geben können, und uns mit wichtigen Dingen zu beschäftigen. Doch für diesen Preis will ich das nicht tun. Das führt in meinen Augen eher zu einem Verfolgungswahn, man hat permanent nicht nur das Gefühl beobachtet zu werden, sondern man wird es sogar.

Sicherlich kann dadurch auch Zeit gespart werden, und einiges erleichtert werden, doch empfinde ich es eher als eine Umwelt für Roboter. Roboter funktionieren mit Sensoren, aber Menschen sollten das nicht tun. Gerade die Momente in denen man sich aufregt, dass der Bus zum 4. Mal diese Woche zu spät kommt, ohne dass man es wusste, zeigen uns doch, dass wir lebendig sind.

Doch wenn alles schon vorgegeben ist, welche Überraschungen werden wir dann noch erleben? Positives sowie Negatives wird ersetzt durch Vorhersehbares, für mich eher eine Horrorvorstellung. Sind es doch gerade die zufälligen Begegnungen, die oft in einer Beziehung oder engen Freundschaft enden. Aber vielleicht sollen die Menschen ja auch demnächst arbeiten und leben wie Roboter?

Wer sich die Zeit nehmen möchte um sich das genauer anzuschauen: http://www.living-planit.com/city_of_the_future_image_bank.htm#!prettyPhoto

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten.

 

 

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