Faszination Fußball Teil II – La pelota no se mancha!

„El fútbol es el deporte más lindo y sano que existe en el mundo. Eso no le quepa la menor duda a nadie. Porque se equivoque uno no tiene que pagar el fútbol. Yo me equivoqué y pagué. Pero la pelota no se mancha.”

Dies waren die Worte, die Maradona bei seinem Abschiedsspiel wählte, und ich denke sie können kaum treffender sein… Starten möchte ich mit einer Übersetzung dieses Zitates:

„Fußball ist die schönste und gesündeste Sportart, die in der Welt existiert. Daran gibt es nicht den geringsten Zweifel. Da ein Fehler nicht der Fußball bezahlt. Ich war falsch und ich habe bezahlt. Aber der Ball hinterlässt keine Flecken.“

Ich denke mit diesem Zitat lässt Maradona zeigt genau das auf, wie in meinen Augen der Fußballsport gesehen werden muss.

Für jeden Fehler, der im Fußball passiert wie Ausschreitungen, Beleidigungen, Erpressung, Schiebung, Betrug, Diebstahl, politische Propaganda usw. darf niemals der Fußball verurteilt werden. Ihn trifft keine Schuld, dem Sport an sich trifft keine Schuld. Schuldig sind nur die Menschen, die diese Plattform nutzen, um bspw. eine politische Überzeugung an den Mann zu bringen.

Auch Ausschreitungen sind, wie ich es auch im ersten Teil dieser Reihe vorgestellt habe, eine gesellschaftliche Problematik. Hierbei darf selbstverständlich nicht der Sport und schon gar nicht der Ball verurteilt werden. Es ist auch auf keinen Fall so, dass diese Probleme durch den Fußball entstehen.

Der Fußball ist völlig unschuldig, er wird einfach nur genutzt, und das ist extrem schade. Auch zu seiner fußballerischen Glanzzeit hat sich Maradona jederzeit für den Fußball eingesetzt. Er räumt mit diesem Zitat auch ein, dass er schwere Fehler gemacht hat, aber daran war er selbst schuld. Ich glaube hiermit wird er nur seinen Drogenkonsum gemeint haben, denn dass er sich mit der FIFA mehrfach angelegt hat, wird er nicht als Fehler sehen.

„Leider wird der Fußball von Leuten beherrscht, die in ihrem Leben keine 50 m gelaufen sind“ hat er mal in einem Film gesagt (Amando A Maradona – Ein Film über den Mythos Maradona). Und obwohl drastisch ausgedrückt, denke ich ist ein Stück Wahrheit dran.

So wird der Fußball mittlerweile mehr von Sponsoren, Spielerberatern oder Vorstandsbossen einer Aktiengesellschaft regiert, als von den Spielern auf dem Platz.

Hierbei wird meiner Meinung auch klar, warum es nicht geduldet wurde, dass ein solcher Spieler Erfolg hat. Niemand in den höchsten Kreisen der FIFA gefiel die Art des Diego Maradona. Er hat sich also keine Freunde gemacht, und so war es doch ein gefundenes Fressen, dass er mit Drogen und Ähnlichem in Verbindung kam. Dies wurde natürlich medial derart ausgeschlachtet, dass in ihm jeder nur den Dorgenjunkie sieht, und nicht den genialen Fußballer.

Jetzt wird auch deutlich, warum Maradona so viele Anhänger vor allem in Lateinamerika hat. Er steht dort (vor allem in Argentinien) meist auf einer Stufe mit dem Papst und kommt nur knapp unter Gott, wenn er das nicht schon ist… Er ist eine ähnliche Figur wie es Che Guevara war zu Zeiten der Revolution in Kuba und auch heute noch. Nichts ließ er sich gefallen und wehrte sich permanent und schrak vor niemandem zurück.

La pelota no se mancha! Das ist eines meiner Lieblingszitate, wenn es um Fußball geht. In diesem Zitat steckt viel mehr drin, als man vermutet, vor allem wenn man weiß, wer es sagte.

Der Fußball darf also niemals zu dem gemacht werden, zu was er sich im Moment leider entwickelt. Zu einer großen Showbühne, auf der sich jeder einmal blicken lässt, selbst wenn er überhaupt nichts mit dieser Sportart anfangen kann.

Wir müssen auch aufhören damit den Sport zu einem Geschäft verkommen zu lassen, Zuschauer sind keine Kunden und Spieler sind keine Angestellten. So weit sind wir leider schon bei vielem, und damit ist auch klar, warum keine wirkliche Leidenschaft aufkommen kann. Fußball wird als erstes mit dem Herz, dann mit dem Kopf und erst dann mit dem Fuß gespielt, und hört das Herz auf zu schlagen, bleibt nur noch das rationale Spielen übrig. Das wird dann der Anfang vom Ende sein.

Uns die Leidenschaft zu nehmen scheint mir langsam zum System zu werden. Ich sehe das nicht nur im Fußball, sondern auch in allen anderen Bereichen des Lebens. Der Fußball scheint mir so etwas wie ein Versuchskaninchen zu sein, wie man eine Gesellschaft verändert. Momentan gehen wir hier von einem leidenschaftlichen Spiel zu einem Konsumgut über, das hat man ja auch schon irgendwo mal gesehen… (wer mir nicht glaubt, schaut sich einfach mal in diesem Blog um ;))

Doch wie Maradona betont, der Fußball kann nichts dafür, er hat absolut kein Dreck hinterlassen, es sind lediglich die von Menschen verursachten Probleme, die er aufzeigt. Fußball ist und bleibt in meinen Augen der schönste Sport der Welt, egal mit wie viel Dreck er noch beschmissen wird,  der Ball wird immer weiter rollen!!

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten.

 

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