Kinderförderungsgesetzt (KiFöG) der falsche Ansatz?

Das KiFöG ist in letzter Zeit eine heiß geführte Debatte, jedenfalls in Hessen. Ich möchte nicht auf diesen Zug aufspringen, obwohl ich klar der Meinung bin, dass es eine Verschlechterung der Umstände in Kindertageseinrichtungen sein wird.

Hierzu sind viele Diskussionen auf der Petition zu finden, worauf ich hinweisen möchte: https://www.openpetition.de/petition/argumente/protest-gegen-das-hessische-kinderfoerderungsgesetz-hesskifoeg

Doch ich möchte mal eine ganz andere Forderung stellen.

Meiner Meinung nach sollten nicht nur die Kinder und die Betreuungseinrichtungen unterstützt werden, sondern ganz entscheidend ist die Unterstützung der Eltern.

Viele Alleinerziehende müssen Vollzeit arbeiten gehen, um sich den Lebensunterhalt für sich und die Kinder finanzieren zu können. Kinder, vor allem Kleinkinder haben doch ein natürliches Bedürfnis in der Nähe der Eltern zu sein. Doch dieses Bedürfnis wird mit Füßen getreten.

Auch das KiFöG macht den gleichen Fehler. Ich möchte nicht sagen, dass es keine Betreuungseinrichtungen mehr geben soll, im Gegenteil dort können viele Dinge gelehrt werden, die zu Hause einfach nicht möglich sind. Es ist sehr sinnvoll die Kinder in solche Einrichtungen zu bringen, alleine um das Sozialverhalten zu lernen und für manche Kinder auch die deutsche Sprache richtig zu lernen, da das später von Nöten sein wird.

Das Gesetz ist sogar noch so ausgelegt, dass die Vollzeitbeschäftigten Eltern, vor allem Alleinerziehende Elternteile, eher noch etwas draufzahlen müssen. So ist der Betreuungsmittelwert von 50 Stunden auf 42,5 Stunden reduziert worden. Das heißt es wird weniger Betreuungszeit unterstützt.

Meine Idee ist aber, dass die Eltern dahingehend unterstütz werden, dass sie eben nicht Vollzeit arbeiten müssen. Das Erziehen des Kindes sollte als Vollzeitarbeit gelten, nicht die Arbeit um das Geld zu verdienen. Darauf habe ich auch bereits hingewiesen in einem früheren Artikel: http://zukunftsvision.own-blog.com/bedingungsloses-grundeinkommen-wertvoll-fur-kinder/

Ich denke dies wird den Kindern mehr helfen, wenn sie merken, dass sich ihre Eltern mehr Zeit für sie nehmen können, und nicht ständig gehetzt von der Arbeit kommen oder zu der Arbeit gehen müssen. Damit fördern wir wirklich die Kinder, denn sie können ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben und auch die Eltern können eine ganz andere Beziehung zu den Kindern aufbauen, welches nicht nach einem strikten Zeitplan funktioniert.

Wir sollten also die Eltern mehr unterstützen, jedoch nicht durch ein Ausbau der Betreuungsplätze und -Zeiten, sondern durch eine Entlastung ihrer Arbeitszeiten und vor allem Anerkennung der Kindererziehung als einen der wichtigsten Berufe in unserem Land!

Dazu müssen natürlich auch die Fachkräfte in Kitas und Horten angemessen bezahlt werden. Kindererziehung kann eben nicht jeder, und gehört zu den wichtigsten Berufen dieser Welt. Es geht darum eine gesunde Zukunft aufzubauen und der nächsten Generation den Einstieg in das Leben zu erleichtern oder gar überhaupt zu ermöglichen.

Doch dieses Fachpersonal sollte nicht überfordert werden. 25 Kinder in einer Gruppe ist definitiv zu viel für 2 ErzieherInnen.

Wäre dieser Beruf in der Gesellschaft mehr anerkannt und besser bezahlt, denke ich wären viele dazu bereit diesen auch auszuüben. Während jedoch ein Mann als Erzieher, der in gewisser Weise einen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft generiert, belächelt wird, werden Vermögensberater bewundert.

Kinderfördern heißt also konkret: Eltern unterstützten und für das Fachpersonal eine geeignete Umgebung schaffen. Das Unterstützen der Eltern darf aber niemals auf Kosten der Betreuung durch das Fachpersonal gehen…

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten.

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