Deutschlands marodes Schulsystem Teil IV: Keine Zeit für Selbstfindung

Ich komme zum 4. Teil meiner Reihe „Deutschlands marodes Schulsystem“. Ich beschäftige mich nun mit der Zeit, die Schüler für ihre Selbstfindung bekommen, nämlich gar keine. So hastet ein Schüler von einer Arbeit und Benotung zur nächsten und ist dann froh, wenn er einmal Pause bzw. Ferien hat, die er dann natürlich nutzt, um Stress abzubauen.

Durch das G-8 wurde die Schulzeit um ein Jahr verkürzt, doch gebracht hat es den Schülern wohl eher nichts. Die meisten werden durch die Schule gepeitscht und stehen mit dem Abitur in der Hand in der Gegend herum und wissen nichts damit anzufangen. Viele gehen dann sofort an die Uni, ohne wirklich zu überlegen, was man im späteren Leben tun möchte. Aber mit einem Abi in der Tasche „muss“ man ja an die Uni, sonst wäre ja alles umsonst gewesen.

Ich frage mich aber nun, was ist denn wichtiger, den Kopf voller Fachwissen, oder einen wirklichen Plan, was man im Leben erreichen möchte und was nicht. Die Schüler haben kaum noch die Zeit zu überlegen, was sie wirklich glücklich und zufrieden macht, und wie man daraus seinen Beruf wählen könnte. Vielmehr sind sie den ganzen Tag in der Schule, was nicht schlecht sein muss, aber durch den permanenten Leistungsdruck und dadurch, dass nur Schulfächer gelehrt werden, sind sie froh einmal abschalten zu können.

Natürlich sitzen Schüler, die 8 Stunden Schulunterricht hatten, lieber dann erstmal zu Hause vor dem PC oder der Spielkonsole, um einfach mal den Stress hinter sich zu lassen, denn am nächsten Tag geht es ja schon wieder hin. Das könnte auch erklären, warum sich gerade Jugendliche am Wochenende scheinbar immer öfter betäuben durch Alkohol und Drogen. Es kann nicht sein, dass die Schule reinen Unterricht bis 16 oder gar 17:00 Uhr anbietet. Wo sind die Sportangebote dabei? Wo sind AGs oder künstlerische Angebote, in denen die Kinder sich entfalten können?

Nur wenn so etwas in den Schulalltag eingebaut wird, werden die Kinder und Jugendlichen auch eigene Interessen kennenlernen. Dabei lernen sie auch, für sie interessante Dinge auszuleben. Es ist keine Berieselung von außen mehr nötig, weil die Schüler aus eigenem Interesse handeln. Das wäre so wichtig, dass die Schüler in der Schule auch Dinge machen können, für die sie eine Leidenschaft entwickeln können bzw. haben. Nur dann lernen sie auch, dass sie selbst etwas einbringen müssen, um etwas nach ihren Wünschen zu gestalten, und nicht warten, bis der Lehrer etwas vorgibt.

Die Schüler müssen mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten ihres eigenen Stundenplans haben, sonst werden sie nie in der Lage sein, etwas selbst zu entscheiden und zu wissen, was sie wirklich im Leben erfüllen kann und was nicht. Dann werden auch viele Schüler mehr Berufe mit Leidenschaft ausführen und nicht nur um Geld zu verdienen.

Lernt von den Kindern, die wissen am Meisten!

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